Dinge, die ich an Österreich auf meiner Reise vermisse

Was ich als digitaler Nomade in 5 Monaten Südostasien vermisst habe (Realitätscheck)

Südostasien ist der Traum vieler digitalen Nomaden. Die Freiheit, das leckere Essen, die niedrigen Fixkosten. Ich habe meinen Beruf so gewählt, so dass ich von überall aus auf der Welt arbeiten kann. Als Inhaber einer Webdesign-Agentur kann ich mein Büro überall dort aufzuschlagen, wo es WLAN gibt. Ob im hippen Café auf Bali oder im Apartment mit Rooftop Pool in Bangkok.

Aber lassen wir mal kurz die Instagram-Filter weg. Wer wirklich arbeitet und nicht nur Urlaub macht, merkt nach ein einiger Zeit: Das „Nomaden-Leben“ hat auch einen Preis. Nach meiner Rückkehr nach Österreich wurde mir erst klar, welche Luxusgüter wir hier als selbstverständlich hinnehmen.

Hier nun 5 Dinge, die ich auf meiner Reise durch Thailand und Vietnam vermisst habe:

1. Familie und Freunde

Das ist der Punkt, über den in der „Nomaden-Bubble“ oft nur oberflächlich gesprochen wird. JJa, man lernt unglaublich viele Leute kennen, trifft andere Nomaden und Unternehmer. Aber die Wahrheit ist: Die meisten Begegnungen sind flüchtig. Man teilt einen Kaffee, redet über Business und zieht weiter. Dennoch habe ich auch echte neue Freunde gefunden, was die Reise extrem bereichert hat.

Wie sehr man die Menschen zu Hause vermisst, ist natürlich Typsache. Ich sehe manche Freunde oder Familienmitglieder auch in Österreich nicht jeden Tag oder jedes Monat, und mit manchen stehe ich auch zu Hause alle paar Tage über WhatsApp in Kontakt. Dadurch hat es sich dann unterwegs manchmal so angefühlt, als macht es oft gar keinen Unterschied, ob ich gerade in Wien oder in Bangkok sitze.

Aber der Knackpunkt kommt dann immer wieder: Wenn die jährliche Familienfeier ansteht oder ein wichtiger Geburtstag oder Events im Freundeskreis gefeiert werden und man plötzlich nur noch Fotos davon sieht – dann merkst du, dass ein digitales „Dabeisein“ das echte Zusammensitzen niemals ersetzen kann. Das Gefühl, bei Traditionen zu fehlen, ist der Preis für die Freiheit.

2. Mein Büro & Equipment

Man kennt diese Fotos: Laptop auf den Knien, Blick aufs Meer. Realität? Nach zwei Stunden auf einem zu niedrigen Korbstuhl in einem Café brennt dein Nacken, und die Sonne spiegelt so stark auf dem Monitor, dass du eigentlich nur rätst, an was du da gerade arbeitest.

Zuhause in meinem Office habe ich meinen höhenverstellbaren Schreibtisch*, den großen 27″ iMac und einen zusätzlichen Monitor. Hier findest du mein komplettes Home-Office Equipment.
Auf Reisen? Da ist das 14-Zoll MacBook dein bester Freund und dein größter Feind zugleich. Wenn man Vollzeit Kundenprojekte betreut, fehlt die Ergonomie extrem.

Tipps für’s Arbeiten unterwegs: Bei der Wahl der Unterkunft schon darauf achten, ob evtl. ein vernünftiger Schreibtisch und Stuhl vorhanden ist. Ebenso gleich mal abchecken, ob es in der Nähe evtl. ein Coworking-Space gibt. Diese sind oft gut ausgestattet und da fällt das Arbeiten gleich leichter – ganz ohne Rückenschmerzen am Abend. Ansonsten hab ich auch immer meinen Laptop-Stand* dabei, der dabei hilft, das Macbook zu erhöhen.

3. Luft- und Wasserqualität – Luxus, den man in Österreich als selbstverständlich sieht

In Wien drehen wir den Hahn auf und trinken – in Südostasien ist das der sicherste Weg für einen Totalausfall deiner Arbeitswoche. Das ständige Kaufen von Plastikflaschen nervt nicht nur, es ist auch ein logistischer Task. Klar, viele Apartments stellen Gallonen oder täglich Wasserflaschen kostenlos bereit, aber das Gefühl, einfach mal ein Glas Wasser aus der Wasserleitung zu trinken, ohne über Bakterien nachzudenken, ist ein österreichischer Luxus. Das selbe merkt man auch beim Duschen. Das aufbereitete Wasser fühlt sich einfach anders an.

Und dann ist da die Luft. Wer die Burning Season in Nordthailand oder den Smog in Bangkok miterlebt hat, weiß: Luftqualität ist Lebensqualität.

Mit Apps lässt sich der AQI (Air Quality Index) tracken. Manchmal ist er okay, oft ist er grenzwertig (👉 Hier eine Liste an nützlicher Apps zum Reisen).

Der Aha-Moment: Als ich nach der Landung in Österreich aus dem Zug gestiegen bin und den ersten tiefen Atemzug gemacht habe, wusste ich erst wieder, wie sich „frische“ Luft eigentlich anfühlt.

4. Das eigene Auto fahren: Warum Roller kein Ersatz für Hubraum sind

Als Auto-Enthusiast und Motorsport-Fan war das für mich ein Punkt, den ich sehr vermisst habe. In Südostasien ist man meist passiv unterwegs: Grab-Bikes, Taxis, Tuk-Tuks, Busse. Es ist günstig und effizient, aber nach fünf Monaten wollte ich einfach nur wieder selbst das Steuer in der Hand halten.

Nicht dass ich bei solch einem chaotischen Verkehr wie in Bangkok oder Ho-Chi-Minh hinter dem Steuer sitzen möchte, aber die Freiheit, einfach loszufahren, im eigenen Wagen, ohne App, ohne fremden Fahrer – das ist ein Stück Lebensqualität, das man als „Car Guy“ nicht unterschätzen darf. Ein Miet-Roller ist zwar ein nettes Gimmick um durch die Gegend zu flitzen und macht auch Spaß. Ebenso könnte ich mir auch ein Auto mieten, aber das ersetzt nicht das Gefühl, in im eigenen Auto zu sitzen..

5. Zu Hause Grillen: BBQ ist nicht gleich BBQ

In Thailand und Vietnam gibt es an jeder Ecke BBQ-Restaurants. In den Tischen sind in der Mitte kleine Grills integriert und man kann so sein Essen selbst am Tisch grillen. Das ist gesellig, schmeckt fantastisch und gehört zum Lifestyle dazu. Aber es ersetzt nicht den heimischen Gasgrill auf der Terrasse. Kaum war ich zurück, wurde das Ding angeworfen. Es geht dabei um mehr als nur Essen – und das gemütlich in Ruhe zu Hause ohne fremde Leute und Trubel rundherum.


Dann einfach lieber zu Hause in Österreich bleiben?

Versteh mich nicht falsch: Ich liebe den Lifestyle und die Vorteile in Südostasien – von der Inspiration durch neue Kulturen bis hin zur Bequemlichkeit was Infrastruktur oder Essenslieferungen angeht. Die Vorteile überwiegen für mich immer noch. Auch wenn ich in diesem Artikel nun

Aber man darf eines nicht vergessen: Wahre Wertschätzung entsteht durch Distanz. Erst wenn man fünf Monate auf Leitungswasser, einen ergonomischen Stuhl und das eigene Auto verzichtet, merkt man, dass wir hier in Europa in einem verdammt hohen Standard leben.

In meinem nächsten Artikel erfährst du dann, was ich an Österreich absolut nicht vermisst habe und warum ich trotzdem jederzeit wieder losziehen würde.

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