Den ganzen Tag mit dem Laptop am Strand sitzen und Cocktails schlürfen. Das ist das Bild, das viele im Kopf haben, wenn ich ihnen erzähle, dass ich von der Ferne aus arbeite – wo und wann ich will.

Arbeiten aus der Ferne: Vorstellung vs. Realität

Diese Vorstellung klingt ja sehr verlockend, aber stimmt leider nicht so ganz.
Letztes Jahr schnupperte ich ein wenig in den Digital Nomad Lifestyle hinein und war total davon begeistert. Im Winter auf einer Terrasse in Portugal mit dem Laptop in der Sonne zu arbeiten, nach der Arbeit die Gegend erkunden, an den Strand zu gehen oder sich Abends den Sonnenuntergang am Meer anzusehen ist definitiv angenehmer, als im Büro zu sitzen und erst nach hause zu kommen, wenn es schon dunkel ist.

Wie? Doch nicht nur am Strand liegen?

Dennoch ist es nicht so, wie es sich viele vorstellen, dass man den ganzen Tag nur am Strand ist, denn dort gibt es nur selten Steckdosen 😉 man kann also nur begrenzt lange dort arbeiten.
Außerdem: Hast du schon mal draußen in der prallen Sonne auf den Bildschirm geschaut? Hin und wieder kann man darauf sogar etwas erkennen. Und so nebenbei tut es dem Laptop nicht besonders gut in der Hitze mit evtl. Sand zwischen den Tasten.

Vor allem, wenn gerade viel Arbeit ansteht, kann man nicht einfach mal alles stehen und liegen lassen und zum Strand gehen. Es gab genauso Tage, die ich nur im Apartment verbracht habe, um an meinen Projekten zu arbeiten. Dennoch war es für mich entspannter, da ich wusste, dass ich genug Zeit habe und ich nach Erledigung in den Genuss der Umgebung kommen kann.

Meiner Meinung nach, benötigt man für dieses Leben auf jeden Fall sehr viel Disziplin. Ich habe es sehr genossen, meine Mittagspause mit einem Spaziergang am Strand zu verbringen. Ebenso habe ich meine Freizeit oft auch einfach nach dem Wetter ausgelegt. Habe Surfstunden genommen und dafür abends gearbeitet. Man muss aber all den verlockenden Unternehmungen auch widerstehen können. Wenn man das nicht macht, bleibt die Arbeit wohl eher liegen. Ich selbst habe nach ein paar Tagen coworking Unternehmungen mit anderen Leuten gemerkt, dass ich dann auch mal meine Ruhe gebraucht habe, um konzentriert meine Arbeiten voran bringen zu können.

Als digitaler Nomade kann man von überall aus arbeiten. Man braucht für seinen Job lediglich seinen Laptop.
Das stimmt schon – vor allem mit meinem 16″ Macbook, war es bei dem großen Bildschirm sehr angenehm, zu arbeiten. Aber nicht immer konnte ich mich komplett konzentrieren. Hin und wieder bin ich wirklich froh, in meinem komplett ausgestatteten Büro zu hause zu arbeiten. Unterwegs hat man oft einfach nur einen Esstisch oder arbeitet sogar auf einem Couchtisch … das klingt zwar auch nett, aber macht man das den ganzen Tag, weiß man schon nicht mehr, wie man sitzen soll.
Je nachdem wo man arbeitet, kann es auch vorkommen, dass man nicht immer ein so stabiles und schnelles Internet hat, wie zu Hause.

Zusammenfassend hat das digital nomad life viele Vor-, aber auch Nachteile. Ich denke ein Mix aus ortsunabhängig arbeiten zu können, aber auch seinen fixen Wohn- und Arbeitsplatz zu haben, zu den man jederzeit zurückkehren kann, ist die beste Mischung aus beiden Welten. Ich freue mich jedenfalls schon auf das nächste Mal, reisen und arbeiten kombinieren zu können.

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