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Mein erstes Jahr als selbstständiger Webdesigner

Mein ERSTES JAHR in der Selbstständigkeit

Das erste Jahr als Vollzeit-selbstständiger Webdesigner / Webdeveloper liegt hinter mir. In diesem Jahr gab es so manche Hochs und Tiefs, die mich einiges gelehrt haben.

In diesem Video erzähle ich über meine Erfahrungen in meinem ersten Jahr in der Selbstständigkeit – okay, ganz genau genommen, habe ich mein Gewerbe schon vor 4 oder 5 Jahren angemeldet – damals aber eigentlich nur, um neben meiner Anstellung in einer Werbeagentur das ein oder andere Webprojekt Abends oder am Wochenende umzusetzen. Damals war überhaupt nicht der Plan dahinter, dass ich mich jemals damit komplett selbstständig mache. Aber Zeiten ändern sich und mein Wunsch nach Flexibilität und Ortsunabhängigkeit wurde auch mit der Zeit größer und so habe ich dann einfach den Schritt in die Vollzeit Selbstständigkeit gemacht und heute nach über einem Jahr kann ich es mir gar nicht mehr anders vorstellen.

Zu diesem Thema habe ich auch ein Video erstellt.
Wenn du lieber weiterlesen magst, dann scrolle nach unten.

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Vorgeschichte

Im Jahr davor (2021) hatte ich nach der Kündigung im Angestelltenverhältnis erstmal die ersten paar Monate ein bisschen gefreelanct – ich war ja bereits mit meinem Gewerbe als Kleinunternehmer tätig – und teils von meinem ersparten gelebt. Bevor ich für mich aber entschieden habe, wirklich als Webdesigner und -entwickler selbstständig zu arbeiten, habe ich zur Vorbereitung einen Kurs beim Unternehmensgründungsprogramm – kurz UGP – gemacht. Im UGP kann man an verschiedenen Kursen und Vorträgen teilnehmen, welche optimal auf die Selbstständigkeit vorbereiten. Ein Teil zu Beginn des Kurses ist der Businessplan. Dieser wird mit dem zugeteilten UGP-Berater besprochen und optimiert. Die weiteren Kurse behandeln verschiedenste Themen wie zB. Buchhaltung, Zeitmanagement und Selbstorganisation. Während dieser Zeit habe ich mit Freelance-Projekten meine eigene Portfolio Webseite nach und nach befüllt, um meinen zukünftigen Kunden meine Arbeiten präsentieren zu können, um neue Aufträge zu erhalten.

Nach Abschluss des UGPs bin ich dann mit 1.1. in die Vollzeit Selbstständigkeit gewechselt, was dann somit so richtig der Beginn meines neuen Lebens als selbstständiger Webdesigner war. Alles davor zähle ich nur als ein bisschen freelancen. Der Schritt in diese Richtung zieht auch höhere Kosten mit sich, die ich als Kleinunternehmer noch nicht hatte. Zu diesen Kosten zählen zum Beispiel die höhere Kranken- und Sozialversicherung. Manche Kosten wie gewerbliche Versicherungen und auch viele kleine Beträge wie Lizenzkosten für Software hatte ich im Vorhinein etwas unterschätzt. Viele kleine Beträge machen am Ende auch eine große Summe. Und all diese Kosten müssen natürlich auch in den Stundensatz einberechnet werden.

Was ist, wenn ich keine Aufträge bekomme?

Anfangs haben viele neue Selbstständige Angst, eventuell nicht genug Aufträge zu bekommen. Wie bezahle ich dann meine Kosten? Diese Sorgen hatte ich nicht, da sich die Auftragslage und neue Anfragen das ganze Jahr über nie wirklich verschlechtert haben. Mein Vorteil war, dass ich zuvor schon immer wieder gefreelanct hatte und mir damit einen kleinen Kundenstamm aufgebaut habe. Die beste Werbung war in meinem Fall die Weiterempfehlung und mein Netzwerk. Durch gute Arbeit und schöne Projekte, wurde ich weiterempfohlen und neue Anfragen entstanden. Ich habe mir auch ein kleines Netzwerk an Grafikern, Fotografen und Marketingexperten aufgebaut, deren Kunden auch immer wieder Webseiten oder Webshops benötigen und somit war ich auch hier die erste Ansprechperson und so wurden mir weitere Aufträge vermittelt.

Irgendwann stoßt jeder an seine Grenzen

Also die Angst vor einer eventuellen schlechten Auftragslage hatte ich überhaupt nicht. Im Gegenteil: Ich bin dann Mitte des Jahres bis etwa Herbst sehr an meine Grenzen gestoßen. Als One-Man-Show kann man sich eben nicht zerteilen. Projekte waren zwar gut geplant, aber es gibt unterschiedliche Gründe, warum sich Projektstarts verzögern können und dann ist es passiert, dass sich parallel bei ein paar Projekten zusammen in einen Zeitraum verschoben haben, welche bereits für andere Projekte geblockt war.

Aber was nun?

Viele mögen nun sagen, dass ich mir doch Mitarbeiter anstellen könnte, wenn die Auftragslage so hoch ist. Aber das ist grundsätzlich nicht mein Ziel. Ich möchte so flexibel bleiben, wie es mir möglich ist, und einen Angestellten muss man schließlich auch bezahlen, wenn die Auftragslage mal nicht mehr so gut ist.

Daher war die Alternative dazu, bestimmte Arbeiten an Projekten an Freelancer bzw. andere selbstständige Webdesigner auszulagern.

Mein Tipp: Bau dir früh genug ein Netzwerk aus Leuten aus deiner Branche auf, die dich im Notfall unterstützen können!

Aber die Zusammenarbeit mit manchen Freelancern hat nicht immer sofort so funktioniert, wie ich es mir gewünscht hatte. Im Endeffekt kann es passieren, dass dann doch sehr viel Zeit in Überprüfungen des Codes und der Qualität der Umsetzung, Abstimmungen und Korrekturen reinfließt und die Zeitersparnis dadurch nicht sehr groß ist. Auch diesen Fall hatte ich. Zum Glück findet man aber auch gute Leute, mit denen ich heute noch immer wieder gerne zusammenarbeite.

Mein Plan in dieser sehr stressigen Zeit war also, sämtliche Projekte so gut wie möglich abzuschließen, aber dennoch durfte die Qualität nicht darunter leiden, somit opferte ich wochenlang meine komplette Freizeit für die Arbeit, um wieder einen Normalzustand zu erreichen. So der Plan …

Wenn ich jetzt nichts ändere – wird nichts passieren

Statt wie geplant, langsam die zu dem Zeitpunkt zu vielen Projekte nach und nach abzuschließen um wieder normale Arbeitszeiten zu erreichen, lief es genau in die Gegenrichtung. Denn zu den laufenden Projekten kamen täglich neue – oft dringende – Arbeiten von Bestandskunden dazu, welche natürlich andere Projekte wieder im Timing ausbremsten.
Nach etwa 2 Monaten war mir klar – so geht’s nicht weiter und ich habe das ganze nochmals von oben betrachtet. Genau das war ein Zustand, den ich nicht anstrebe. Das Ziel der Selbstständigkeit war Flexibilität und Ortsunabhängigkeit. Geplante Freizeitaktivitäten wurden nahezu alle gecancelt und Reisen nach hinten verschoben. Das hatte eindeutig nichts mit Flexibilität zu tun. Daher musste ich etwas tun – nicht nur projekttechnisch, sondern auch für mich selbst.
Ich hatte einen Flug nach Marokko gebucht – um wieder so zu leben und zu arbeiten, wie es ursprünglich der Plan war. Kaum dort angekommen, war mein Kopf wieder frei und plötzlich hatten sich mehrere Möglichkeiten ergeben, um die laufenden Projekte alle wieder unter Dach und Fach zu bringen. Mehr zu dieser workation gibt’s hier.

Somit kam ich mit frischen Gedanken und zurückgeholt an die ursprünglichen Ziele meines neuen Lifestyles von dieser dreiwöchigen Reise zurück und habe meine Ziele mit Ende des Jahres neu gesetzt: Nicht jedes Projekt annehmen, sondern nur die, die sich wirklich gut anfühlen. Ebenso großzügigere Puffer für Timings einplanen.

Mein erstes Jahr war zusammengefasst sehr turbulent. Es hat mit hoher Motivation, aber genug Flexibilität gestartet und ist dann an seinen Peak gestoßen, um mir auch meine Grenzen als one-man-show aufzuzeigen. Aber das war auch mein Plan im ersten Jahr, so viel und gut wie möglich zu arbeiten, um erstmal zu sehen, was am Ende eines Jahres wirklich abzüglich aller Kosten und Steuern übrig bleibt. Im Endeffekt hatte ich nach einem Jahr bereits ein Ziel erreicht, welches ich erst für das Folgejahr angepeilt hatte – nämlich mein Gehalt aus dem letzten Job zu erreichen. Dieses Ziel schon im ersten Jahr zu erreichen – auf das war ich schon stolz – aber es war auch harte Arbeit. Das wichtigste Ziel für mein zweites Jahr ist vor allem nicht wieder in die selbe Situation hineinzuschlittern, sondern Flexibilität wieder mehr in den Vordergrund zu rücken.

Ich hoffe, mein Einblick in mein erstes Jahr in der Selbstständigkeit hat dir gefallen und kann dir eventuell sogar helfen, wenn du selbst momentan davor stehst, dich selbstständig zu machen.

Ich freue mich über Kommentare 🙂

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