Kennst du das? Du willst schnell ein Bild in deiner WordPress-Mediathek finden, scrollst und scrollst – und verlierst dich in hunderten von Dateien. Irgendwo da drin muss es doch sein… oder war es doch ein anderes Bild?
Das ist mir früher auch ständig passiert. Mit jedem Projekt, jedem Blogartikel und jeder Designänderung wurden es mehr Bilder. Manche habe ich mehrmals hochgeladen, weil ich sie nicht wiedergefunden habe. Andere liegen seit Jahren ungenutzt in der Mediathek herum und belegen wertvollen Speicherplatz.
Das Problem dabei: WordPress erstellt von jedem hochgeladenen Bild automatisch mehrere Versionen in unterschiedlichen Größen – je nach Voreinstellung oder verwendetem Theme bis zu 10 Stück. Bei 1000 Bildern landest du schnell bei 4000+ Dateien auf deinem Server. Und etwa 42% davon werden statistisch gesehen gar nicht mehr verwendet.
Eine überladene Mediathek bremst nicht nur deine Arbeit aus, sondern auch deine Website-Performance, vergrößert deine Backups unnötig und lässt die Hosting-Kosten steigen.
Ich zeige dir deshalb in diesem Artikel, welche Tools dir dabei helfen, wieder Ordnung und Übersicht in deiner Mediathek zu schaffen.
Warum du dir die Zeit zum Aufräumen nehmen solltest
Bevor wir zu den Tools kommen: Lohnt sich der Aufwand überhaupt? Aus meiner Erfahrung: Ja, definitiv.
Eine saubere Mediathek hat mehrere konkrete Vorteile, die du sofort spürst. Deine Backups werden deutlich kleiner und schneller – Bilder lassen sich nicht so stark komprimieren wie Textdateien und machen oft den Großteil des Backup-Volumens aus. Du sparst Speicherplatz auf deinem Server, was gerade bei kleineren Hosting-Paketen den Unterschied machen kann. Die Datenbank wird schlanker und reagiert schneller. Und ganz praktisch: Du findest Bilder endlich wieder, ohne ewig suchen zu müssen.
Der Zeitaufwand für ein einmaliges gründliches Aufräumen zahlt sich also mehrfach aus.
Remove Unused Media
Das erste Tool, das ich dir vorstellen möchte, ist Remove Unused Media. Der Name sagt eigentlich schon alles – es findet Bilder und andere Medien, die nirgendwo auf deiner Website eingebunden sind.
Was mir an diesem Plugin besonders gefällt: Es macht genau eine Sache, aber die richtig gut. Nach der Installation scannt es deine komplette Website und zeigt dir in einer übersichtlichen Tabelle, welche Dateien tatsächlich verwendet werden und welche nicht. Du siehst auf einen Blick die Dateigröße und kannst die Liste danach sortieren – super praktisch, um die größten Platzfresser zu identifizieren.
Das Plugin ist dabei sehr transparent. Für jede genutzte Datei zeigt es dir genau, wo sie eingesetzt wird – im Beitrag, in der Galerie, im Header. So weißt du immer, woran du bist. Und das Wichtigste: Es löscht nichts automatisch. Du entscheidest selbst, was weg kann und was bleibt.
Remove Unused Media funktioniert problemlos mit allen gängigen Page Buildern wie Elementor oder Divi, sowie mit WooCommerce, ACF und den üblichen SEO-Plugins. Im Durchschnitt finden Nutzer etwa 148 ungenutzte Dateien, die zusammen rund 50 MB Speicherplatz freigeben – bei größeren Websites oft deutlich mehr.
Das Plugin ist nicht kostenlos, aber als Abo oder Lifetime-Lizenz verfügbar.
Media Cleaner
Eine Alternative zu Remove Unused Media ist Media Cleaner. Dieses Plugin bietet eine ähnliche Funktion, geht aber noch einen Schritt weiter.
Der größte Unterschied: Media Cleaner hat einen eingebauten Papierkorb. Bevor etwas endgültig gelöscht wird, landet es dort erst einmal. Das gibt dir die Möglichkeit, deine Entscheidung nochmal zu überprüfen – und im Zweifel rückgängig zu machen. Gerade wenn du das erste Mal aufräumst, ist das ein beruhigendes Gefühl.
Ein weiterer Vorteil: Das Plugin findet nicht nur ungenutzte Medien, sondern auch fehlerhafte Datenbankeinträge und kann diese reparieren. Solche „verwaisten“ Einträge entstehen manchmal, wenn Dateien manuell vom Server gelöscht wurden, aber noch in der WordPress-Datenbank referenziert sind.
Die Basisversion von Media Cleaner ist komplett kostenlos und für die meisten Anwendungsfälle völlig ausreichend. Es gibt auch eine Pro-Version mit erweiterten Funktionen wie Filesystem-Analyse, Live-Site-Scan und WP-CLI-Support.
Die Entwickler achten auf Kompatibilität mit aktuellen WordPress-Versionen und beliebten Plugins.
HappyFiles: Endlich Ordnung wie am Computer
Hier kommen wir zu einem anderen Problem: Selbst wenn du alle ungenutzten Dateien gelöscht hast, bleibt die Mediathek oft chaotisch. WordPress zeigt standardmäßig einfach alle Dateien in einer langen Liste – ohne Ordner, ohne Struktur.
Genau hier setzt HappyFiles an. Es bringt das Ordnersystem, das du von deinem Computer kennst, in deine WordPress-Mediathek.
Du kannst Ordner und Unterordner erstellen, wie du willst – sortiert nach Projekten, nach Kunden, nach Zeiträumen oder nach Themen. Alles per Drag & Drop. Du ziehst einfach ein Bild in den entsprechenden Ordner, fertig. Neue Bilder kannst du direkt in den richtigen Ordner hochladen.
Ein wichtiger technischer Hinweis: HappyFiles erstellt keine echten Ordner auf deinem Server, sondern arbeitet mit WordPress Taxonomies. Das heißt: Deine Bild-URLs bleiben genau gleich. Es gibt keine Probleme mit defekten Links oder SEO-Einbußen durch geänderte Pfade.
Was mir an HappyFiles besonders gefällt: Es bleibt auch bei hunderten Bildern schnell und flüssig – ein Problem, das viele ähnliche Plugins haben. Die Pro-Version kann übrigens nicht nur Medien organisieren, sondern auch Beiträge, Seiten, WooCommerce-Produkte und sogar Plugins in Ordnern sortieren.
Bei HappyFiles Pro gibt es eine 60-tägige Geld-zurück-Garantie. Daher teste es einfach mal selbst!
In 3 Schritten zu mehr Ordnung in deiner WP Mediathek
Wenn du also eine unübersichtliche Mediathek, würde ich an deiner Stelle so vorgehen:
Schritt 1: Backup erstellen.
Das ist Pflicht, bevor du anfängst, Dateien zu löschen. Auch wenn die Tools sicher sind – besser auf Nummer sicher gehen.
Schritt 2: Ausmisten mit Remove Unused Media oder Media Cleaner.
Ich würde mit Media Cleaner anfangen, weil es kostenlos ist und die Papierkorb-Funktion hat. Scan starten, Ergebnisse durchgehen, die offensichtlich ungenutzten Dateien löschen. Bei den ersten Durchgängen lieber vorsichtig sein und nur das löschen, wo du dir sicher bist.
Schritt 3: Ordnerstruktur aufbauen.
Jetzt, wo die Mediathek sauber ist, eine logische Ordnerstruktur anlegen. Bei mir sind das zum Beispiel Ordner für jeden Kunden, darin dann Unterordner für verschiedene Projekte. Überlege dir vorher kurz, welche Struktur für dich Sinn macht – das spart später viel Zeit.
Danach würde ich mir alle 3-6 Monate einen Termin im Kalender machen, um die Mediathek wieder durchzugehen. Mit der Ordnerstruktur von HappyFiles geht das dann viel schneller.
Ein paar Tipps zum Schluss
Damit deine Mediathek auch langfristig aufgeräumt bleibt, hier noch ein paar praktische Tipps aus meiner Erfahrung:
Gib deinen Dateien vernünftige Namen. „IMG_1234.jpg“ bringt dir nichts. „logo-kunde-xyz.png“ oder „header-blogbeitrag-mediathek.jpg“ helfen dir und verbessern nebenbei auch noch deine SEO.
Optimiere Bilder vor dem Upload. Mit Tools wie TinyPNG oder Plugins wie Imagify kannst du Bilder verlustfrei komprimieren, bevor du sie hochlädst. Das spart Speicherplatz und verbessert die Ladezeit deiner Website. Darüber gibt’s hier mehr Details zur Bilder-Optimierung.
Kontrolliere die automatisch erstellten Bildgrößen. Unter Einstellungen → Medien siehst du, welche Größen WordPress automatisch erstellt. Manche Themes fügen noch eigene hinzu. Deaktiviere die, die du nicht brauchst.
Nutze die Ordnerstruktur konsequent. Wenn du HappyFiles installiert hast, lade neue Bilder direkt in den passenden Ordner hoch. Das kostet nur ein paar Sekunden und erspart dir nachträglich die Arbeit.
Räume deine WordPress-Mediathek auf! Es lohnt sich
Eine aufgeräumte Mediathek macht die tägliche Arbeit mit WordPress einfach angenehmer. Du findest Bilder schneller, deine Website läuft performanter, und du sparst Speicherplatz und Backup-Zeit.
Mit Remove Unused Media oder Media Cleaner bekommst du die ungenutzten Dateien in den Griff. Mit HappyFiles schaffst du eine Ordnung, die auch langfristig hält. Die Tools kosten entweder gar nichts oder eine überschaubare Investition – aber die Zeit, die du sparst, ist es definitiv wert.
Mein ehrlicher Rat: Nimm dir einen Nachmittag Zeit, erstelle ein Backup, und arbeite die Mediathek einmal richtig durch. Du wirst dich später dafür bedanken.