Winter in Österreich und Thailand im Vergleich

5 Dinge, die ich auf meiner Reise durch Südostasien an Österreich absolut NICHT vermisst habe

In meinem letzten Beitrag habe ich sehr offen über das Heimweh nach meinem ergonomischen Office-Setup* und der Wiener Wasserqualität gesprochen (Hier geht’s zum Artikel). Doch wer mehrere Monate lang die pulsierende Energie von Metropolen wie Bangkok oder die Gelassenheit Vietnams einatmet, stellt fest: Es gibt Aspekte an der Heimat, die man nur zu gerne am Flughafen zurücklässt.

Wenn man nicht nur Urlaub macht, sondern dort lebt und arbeitet, verschiebt sich die Wahrnehmung. Hier sind die 5 Dinge in Österreich, die ich auf meiner Reise durch Südostasien im Alltag absolut nicht vermisse.

1. Der kalte Winter in Österreich

In Österreich ist der Winter ein gefühlter Stillstand. Man bewegt sich in einem endlosen Kreislauf aus Kälte, Dunkelheit und einem deprimierenden Einheitsgrau. Okay, das ist jetzt vielleicht ein bisschen übertrieben, aber wenn man nicht gerade eingefleischter Skifahrer ist oder ein typischer Winter-Typ (Spoiler: Ich bin’s nicht), dann ist der Alltag im Winter etwas getrübt. Mein Radius zu Hause reduziert sich in dieser Zeit auf das Nötigste: Arbeiten im Homeoffice, der obligatorische Gang ins Fitnessstudio, Einkaufen, Tanken und Familienbesuche. Das Leben findet fast ausschließlich hinter verschlossenen Türen statt.

In Südostasien war ich dagegen täglich aktiv. Die Sonne ist dort kein seltener Gast, sondern ein ständiger Begleiter, der das Mindset komplett verändert. Ob ich morgens vor dem ersten Call an den Strand gehe und mir einen Coconut Kaffee hole, mir nachmittags mit neuen Freunden und dem Laptop im Café sitze oder mal einfach die Gegend erkunde – das Leben findet draußen statt. Diese ständige Bewegung und das Licht sind die besten Produktivitäts-Booster, die man sich als Kreativer wünschen kann. Und ja, natürlich kann’s auch mal zu heiß sein, aber dann kühle ich mich zwischendurch im Pool ab.

2. Die Preise im Alltag

Klar, wenn man aus Ländern zurückkommt, in denen die Lebenshaltungskosten geringer sind, dann ist es erstmal wieder eine Umstellung, sich an die „normalen“ Preise zu gewöhnen. In meinem Fall sind in meiner Abwesenheit die Preise in Österreich und vielen anderen Ländern gefühlt explodiert.

Die Inflation in Österreich ist kein abstraktes Thema, sondern Realität bei jedem Tankstopp und jedem Wocheneinkauf. Als ich nach fünf Monaten zurückkehrte, war der Preisschock dadurch doppelt massiv.

In Thailand und Vietnam konnte ich mir einen Lebensstil leisten, der in Europa mittlerweile ein echtes Luxusgut ist. Ich bin dort fast ausschließlich auswärts essen gegangen, um jeden Tag neue leckere Restaurants und Gerichte zu probieren, was in Österreich in dieser Intensität finanziell kaum tragbar wäre. Auch beim Tanken ist der Kontrast extrem merkbar. Abgesehen vom ohnehin niedrigeren Preisniveau vor Ort, war die Preisstabilität dort ein Segen im Vergleich zur massiven Teuerung, die mich bei der Rückkehr in der Heimat regelrecht schockiert hat.

3. Bürokratie-Frust in Österreich

Österreich liebt seine Formulare und die sprichwörtliche „Amtshandlung“. Es ist paradox: Wir haben zwar die IDAustria, aber dennoch gibt es unzählige Prozesse, bei denen man mühsam und zeitaufwändig persönlich am Magistrat erscheinen muss. In einer Welt, in der ich als Webdesigner digitale Ökosysteme für meine Kunden schaffe, wirkt unser Verwaltungssystem oft wie ein Relikt aus einer anderen Zeit. In Südostasien ist vieles deutlich pragmatischer gelöst – oder man muss sich zumindest nicht mit der steifen Erwartungshaltung einer europäischen Behörde herumschlagen, während man versucht, ein Online-Business zu skalieren.

4. Das „Sudern“ und die Stimmung der Leute

Nichts war bei meiner Rückkehr nach Wien präsenter als die Stimmung auf der Straße. Nach fünf Monaten mit lächelnden, freundlichen Gesichtern empfingen mich in Wien strenge Blicke und eine allgemeine Unzufriedenheit. Wir Österreicher neigen dazu, zu „sudern“, selbst wenn es uns objektiv verdammt gut geht. Sicherlich trüben hohe Preise und negative Schlagzeilen die Stimmung, aber dieser Stress überträgt sich spürbar auf das soziale Miteinander.

In thailändischen Supermärkten wird man freundlich begrüßt und die Produkte werden nicht in Rekordzeit über die Kasse gejagt, während der Puls des Kunden steigt. Man packt in Ruhe alles in die Tasche ein. Diese Entschleunigung ist ansteckend und sorgt für einen deutlich niedrigeren Stresspegel im Alltag. Klar, wer es eilig hat, braucht dort stärkere Nerven, aber unterm Strich überträgt sich diese entspannte Stimmung positiv auf die eigene Arbeit und die generelle Lebensfreude.

5. Der Haushalt: Wohnung putzen, Wäsche waschen, einkaufen

Zeit ist die einzige Ressource, die ich als Unternehmer nicht vermehren kann. In Südostasien habe ich automatisch den Haushalt effizient delegiert und dadurch massiv an Freizeit bzw. Zeit für Arbeiten an Side-Projects gewonnen. Da ich meistens in Unterkünften mit Cleaning Service war, spart man sich das Wohnungputzen komplett. Ebenso fällt das ständige Überlegen weg, was man einkauft und kocht, da die Restaurantkultur dort so zugänglich ist. Einkaufen war für mich eher ein Spaß-Faktor für Snacks oder Getränke als eine gezwungene logistische Pflichtaufgabe, über die man sich nach einem langen Arbeitstag den Kopf zerbrechen muss.

Sogar das Thema Wäsche ist ein absoluter Gamechanger für die Work-Life-Balance: An jeder Ecke kann man seine Sachen abgeben und bekommt sie am selben oder nächsten Tag duftend und perfekt zusammengelegt zurück – manchmal sogar in die Unterkunft zugestellt, so dass man sich sogar den Weg nochmal zur Wäscherei spart. In meinem Apartment in Bangkok hatte ich eine eigene Waschmaschine und habe auch dort meine Wäsche gewaschen, aber wenn ich längere Zeit unterwegs war, habe ich diesen Service genutzt. Es ist eine Bequemlichkeit und ein Privileg, das den Alltag entspannt und mir als Unternehmer die nötige Freiheit schenkt, meine Energie in mein Business statt in den Haushalt zu stecken.


Warum ich mein Leben Richtung Freiheit verändere

Ich könnte sicher noch einige Punkte mehr aufzählen, wie zum Beispiel die mühsame Parkplatzsuche in der Stadt oder die starren Öffnungszeiten in Österreich. Letzteres ist ein Konzept, das ich besonders wenig vermisse: Dass am Sonntag die Welt stillsteht und man vor verschlossenen Supermarkttüren steht, ist in Asien völlig fremd. Wenn ich sonntags um 23:00 Uhr Lust auf ein spätes Banh Mi oder ein kühles Singha habe, bekomme ich es. Diese Flexibilität entspricht viel eher meinem Rhythmus als digitaler Unternehmer.

Sicherlich bedeutet das nicht, dass dort alles besser ist und wir haben in Europa viel Luxus, den wir oft als selbstverständlich sehen (Hier der Artikel 5 Dinge, die ich auf Reisen an Österreich vermisse). Für mich persönlich überwiegen dennoch die Vorteile der Freiheit. Längere Zeit weg von zu Hause zu sein, ist sicher nicht für jeden der richtige Weg, und nicht alles, was glänzt, ist Gold. Für mich ist es jedoch der Weg zu mehr Genuss, produktiverem Arbeiten und einer positiveren Lebenseinstellung weshalb ich mein Leben immer mehr in die Richtung ändere, öfter und länger im Ausland zu leben und zu arbeiten.

Welches dieser Dinge würdest du am ehesten in deinem Alltag missen wollen?
Schreib es mir in die Kommentare!

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