Ich sitze gerade am Flughafen und kann’s irgendwie noch gar nicht richtig glauben, wie schnell diese knapp ersten zwei Monate meiner Reise vergangen sind und dass ich Bangkok jetzt verlasse. Mit einem lachenden und einem weinenden Auge blicke ich auf die vergangene Zeit zurück – eine Zeit, die intensiver war, als ich es mir je hätte vorstellen können.

Zum ersten Mal spüre ich jetzt diesen besonderen Schmerz, den viele digitale Nomaden immer wieder erleben. Obwohl ich schon einige längere Reisen gemacht habe, fühlt sich dieser Abschied anders an. Man baut Freundschaften auf, teilt Erlebnisse, erlebt gemeinsam unvergessliche Momente und dann, irgendwann, trennen sich die Wege wieder. Manche reisen weiter, andere kehren in ihr Land zurück, und man selbst steht wieder am Anfang. Von Null.
Dieses Gefühl, neu beginnen zu müssen, ist etwas, worüber viele digitale Nomaden sprechen – aber erst jetzt verstehe ich wirklich, was sie meinen.
Wenn aus einem Zwischenstopp eine zweite Heimat wird
Eigentlich war Bangkok ursprünglich nur als kleines Vorprogramm für meine Vietnam-Reise geplant. Die Stadt bzw. Thailand sollte nur ein erster Aufenthalt sein, bevor es weiter nach Vietnam geht. Doch dann kam alles ganz anders. Ich habe meine Pläne mehrmals spontan geändert, bin einfach flexibel geblieben und genau dadurch sind Dinge entstanden, die ich nie erwartet hätte.
Diese Freiheit, Entscheidungen unterwegs zu treffen und alles fließen zu lassen, war einer der größten Vorteile meines ortsunabhängigen Lebens. Und gleichzeitig auch die größte Lektion: Manchmal muss man Pläne loslassen, damit noch bessere entstehen können.
Weihnachten fern von Zuhause – und trotzdem angekommen
Außerdem war es auch mein erstes Weihnachten, welches ich nicht zu Hause mit der Familie verbracht habe. Tausende Kilometer entfernt, irgendwo zwischen Rooftop-Abenden, Streetfood-Märkten und digitalen Nomaden-Cafés.
Ich wusste vorher nicht, wie sich das anfühlen würde – ob ich mich einsam fühlen würde oder ob ich einfach Weihnachten alleine in meinem Apartment verbringen werde als wäre es ein Tag wie jeder andere. Doch es kam anders. Statt alleine zu sein, durfte die Feiertage mit Menschen verbringen, die mir unglaublich viel Herzlichkeit und Verbundenheit gegeben haben und damit auch diesen Moment besonders gemacht haben.

Ein Ort, der bleibt – auch wenn alles sich verändert
Ich hätte nie gedacht, dass ich mich ausgerechnet in einer riesigen Metropole wie Bangkok so wohl und zuhause fühlen könnte. Zwischen lauten Straßen, unzähligen Mopeds, Streetfood-Ständen und 7-eleven als fast täglichen Besuch hat sich ein Lebensgefühl entwickelt, das ich nur schwer in Worte fassen kann.
Von spontanen Projekten über inspirierende Gespräche bis zu Abenden, die mir ewig im Gedächtnis bleiben werden – all das hat diese Zeit so besonders gemacht. Ich habe hier nicht nur wertvolle Kontakte für mein Business aufgebaut, sondern echte Verbindungen zu Menschen geknüpft, die ähnliche Träume, Ziele und Werte teilen.
Ein Business-Highlight während meiner Zeit in Bangkok war definitiv die Teilnahme am WordCamp Bangkok 2025 – meinem allerersten WordCamp überhaupt. Schon lange wollte ich einmal Teil dieses Events sein, und dass mein Debüt nicht in Wien, sondern hier am anderen Ende der Welt in Thailand stattfand, machte es umso besonderer.
Hier stand für mich ganz klar das Networking im Vordergrund. Ich konnte dort interessante Leute aus der WP-Community kennenlernen – Entwickler, Designer und Unternehmer, die ähnliche Ziele und Denkweisen teilen. Aus einigen dieser Begegnungen sind sogar gemeinsame Coworking-Treffen entstanden, bei denen sich interessante berufliche Verbindungen entwickelt haben.
Ich weiß, dass ich irgendwann zurückkommen werde. Und trotzdem fühlt sich dieser Moment wie ein Abschied an weil ich tief in mir weiß: Wenn ich eines Tages zurückkehre, wird es nie wieder genau so sein wie jetzt. Die Menschen, die Energie, das Gefühl – all das ist einzigartig für diesen Moment.





Ein neuer Abschnitt
Diese Zeit hier in Bangkok hat mich verändert. Vor allem in meinem Mindset. Ich bin meinem Ziel, ein flexibleres und unabhängiges Leben zu führen, wieder ein Stück nähergekommen. Ich habe gelernt, Vertrauen zu haben, loszulassen und zu spüren, dass alles genau so kommt, wie es kommen soll.
Ich nehme unglaublich viel mit: persönlich, menschlich und auch beruflich. Neue Impulse für mein Business, neue Freundschaften, neue Sichtweisen. Und vor allem ein Gefühl tiefer Dankbarkeit für diese Erfahrung.
Bangkok war für mich mehr als eine Stadt – es war ein Kapitel voller Wachstum, Veränderung und Menschlichkeit.
Jetzt heißt es: Abschied nehmen, durchatmen, ankommen im nächsten Kapitel.
Vietnam, ich komme. 🇻🇳